Am Tag nach dem Soul-Life-Workshop letztes Wochenende in München bekam ich vom Leben das schöne PS eines schönen Ereignisses nachgeschickt. Ganz unerwartet geriet mir ein Brief in die Hände, den ich vor 11 Jahren von meinem lieben Freund Michael Barnett bekommen hatte. Das war nach einem sehr speziellen Wochenendtreffen der Rajneesh-Sannyasins gewesen, die in den 70er Jahren zusammen mit Osho (oder Bhagwan, wie er zu jener Zeit hieß) in seinem Ashram in Poona, Indien gelebt hatten. Von den 120 Sannyasins, die seinerzeit im Ashram wohnten, waren 75 erschienen. In seinem brillanten Brief schrieb Michael von den “zwei Glückseligkeiten, eine aus Bewusstheit, eine aus Liebe”, zwischen denen wir mit Bhagwan getanzt hatten.
An diesem Wochenende im Jahr 2000, das auf einer Ranch in der Wüste mit dem amüsanten Namen “Ghost Ranch” stattfand, schwangen wir uns gemeinsam auf der Glückseligkeit der Liebe empor. Die meisten von uns begegneten sich zum ersten Mal nach 15 bis 20 Jahren wieder. Was wir in jenen wilden Pionierjahren mit Bhagwan erlebt hatten – ich benutze den Namen, unter dem wir ihn damals kannten, auch wenn ich weiß, dass er allgemein als Osho bekannt ist -, hatte unsere Herzen geöffnet und uns aufgeweckt, Tag für Tag! Der Großteil von uns war aus einer sehr westlichen Sex-and-Drugs-and-Rock’n’Roll-Rebellion der 60er zu einem Abenteuer der mystischen Fusion von Sex-and-Meditation-and-Rock’n’Roll mit einem erleuchteten Meister in Indien aufgebrochen. Unsere persönlichen Odysseen waren ebenso haarsträubend wie die Mythen von den Reisen des Odysseus: Das Leben im Ashram hatte seine eigene Art, jeden von uns mit seinen persönlichen Ängsten, Kindheitsverletzungen und den tieferen Schichten unserer westlichen Konditionierungen zu konfrontieren, deren Geister nicht einmal die Sechzigerjahre hatten vertreiben können. Um unsere dunklen inneren Labyrinthe zu durchlaufen und die selbstzerstörerischen Dämonen zu transformieren, gab es zwei großartige Qualitäten, die jeder einzelne in sich selbst entdecken und entwickeln musste. Ob wir es wussten oder nicht, wir lernten, zu vertrauen und mutig zu sein.
Wenn du wie in der Metapher auf den Schwingen der Liebe und der Bewusstheit fliegen willst, ist das nur möglich, wenn du Vertrauen und Mut besitzt. Und solange du noch im Griff deiner verletzten und kulturell gehemmten Psyche lebst, ist es sehr schwer, überhaupt abzuheben, geschweige denn zu fliegen! Dann braucht es tägliches Üben, bis Liebe und Bewusstheit zu deiner natürlichen Art werden, wie du dem Leben begegnest, was immer es dir bringt. Diese kontinuierliche Praxis erfordert beständig dein Vertrauen und deinen Mut, so dass du nach und nach stark und gefestigt darin wirst. Wie schön ist das!
Ich schreibe das nicht nur, weil mich der Brief meines Freundes dazu inspiriert hat, sondern auch, weil ich es allen schicken möchte, die letztes Wochenende am Soul-Life-Workshop teilgenommen haben. Es ging dabei genau darum! Hier ist also mein PS an euch: Bitte, liebe Freunde, sorgt gut für das, was ihr gefunden habt. Wenn euch etwas im Leben herunterzieht, verwandelt es in eine Reise, so wie ihr es im Workshop gemacht habt. Legt den ganzen Weg zurück, bis ihr zu eurer Seelenverbindung mit der Unendlichkeit gelangt und damit heraus ins Licht und in die Leichtigkeit des Seins, hier, jetzt. So lernt ihr, immer und immer wieder auf den Flügeln eurer Liebe und eurer Bewusstheit aufzusteigen. Taucht tief, fliegt hoch!

