Donnerstag, 31. März 2011

Der Tod als Weg zu einem glücklichen Leben

Liebe Freunde,
ich bin im wunderschönen Seminarhaus Pegasus in Norddeutschland. Morgen früh beginne ich ein weiteres Universal Experience zu leiten - eine außergewöhnliche Begegnung mit dem eigenen Tod, die das Leben verändert. Auf der Reise hierher fand ich etwas, das ich vor nicht allzu langer Zeit über diesen Workshop geschrieben habe. Ich hoffe, ihr wisst es zu schätzen. Alles Liebe und Aloha, alan

Der Tod als Weg zu einem glücklichen Leben


Alan Lowen



Am Anfang von The Universal Experience gibt es einen Prozess, in dessen Verlauf die Teilnehmer die Möglichkeit haben, an alle wichtigen Abschiede ihres Lebens zu erinnern, jene die ein wirkliches Ende bedeuteten. Sich an sie zu erinnern heisst, einen der zartesten Aspekte unserer Menschlichkeit zu begrüssen: dass wir uns von Natur aus an Menschen binden, an Orte, Erfahrungen und Dinge, die wir mögen und lieben – und manchmal auch an Dinge, die nicht so schön waren, einfach deswegen, weil etwa eine unglückliche Kindheit so sehr Teil unseres Lebens war, dass wir sie als zu unserem Selbst gehörig betrachten.

Die Gefühle, die durch unsere Bindungen in uns aufgewühlt werden, gehören in der Tat zu unserer Kindheit – Gefühle wie Freude, Sorgen, Sehnsucht, Kummer, Bedürftigkeit, Hilflosigkeit, Zuneigung und Liebe. Wir bleiben gebunden an alle möglichen Erfahrungen aus der Vergangenheit und wissen meistens überhaupt nicht, dass wir an ihnen festhalten und sie an uns.

Nur wenn uns ein katastrophaler Abschied widerfährt – zum Beispiel der Tod eines geliebten Menschen oder das Ende unserer Ehe – drängen diese verborgenen Gefühle nach oben. Versuchen wir mit allen Mitteln, über diesen Aufruhr hinwegzukommen und so schnell wie möglich zu unserem normalen Leben zurückzukehren. Was wir dabei nicht begreifen ist, dass uns „normal“ in dieser Situation nicht besonders gut tut: Das Durchstehen solcher Erfahrungen ist ein armseliger Ersatz dafür, sie aus vollem Herzen anzunehmen. Wenn wir lernen, all das zu umarmen und zu akzeptieren, was die grossen Abschiede unseres Lebens in uns öffnen, wir wachsen in Bewusstheit, in Weisheit und in Liebe.

Der grösste Abschied von allen ist unser eigener Tod. Er ist das endgültige Loslassen. Wenn wir in Stille sitzen und uns mit unserem ganzen Wesen der Tatsache zuwenden, dass diese universelle Erfahrung eines Tages auf intimste Weise unsere eigene sein wird, der Tod lädt uns ein, loszulassen zu lernen, und uns aufrichtig zu verabschieden, so dass wir hier und jetzt ein glückliches Leben führen können.