Mittwoch, 15. Dezember 2010

SHANTI-ALEGRIA!

Wieder zuhause auf Maui, wachte ich heute Morgen bei wolkenlosem Himmel und inmitten Tausender von Grünschattierungen auf. Draußen auf dem sonnenhellen Pazifik ist kaum eine Welle zu sehen, und jetzt sitze ich hier bei einer Tasse Tee in Shorts und T-Shirt, und es ist fast ein bisschen frostig – 16 Grad Kälte. Egal, in ein paar Stunden wird es sich aufgewärmt haben, selbst hier im Schatten! Verzeihung, ich muss euch einfach ein bisschen aufziehen – ich weiß, dass dort, wo ihr seid, frostig auch wirklich frostig bedeutet!

In dieser Woche wird dieses schöne Haus sein 10-jähriges Jubiläum feiern. Am 16. Dezember 2000 bin ich eingezogen, während die Bauleute noch mit den letzten Abschlussarbeiten beschäftigt waren. Im Laufe dieser 10 Jahre hat die Natur das Haus in ihre grünen Arme genommen und umringt dessen freistehende Pracht mit einem herrlichen Chaos aus Bäumen, Büschen, leuchtenden Blüten und hartnäckigen Unkrautgewächsen, die in anderen Ländern als Zimmerpflanzen durchgehen würden. Während das Haus zum Zuhause wurde und der Garten wuchs, hat auch meine Seele hier ihre Heimat gefunden. Als mich Carioca, mein brasilianischer Seelenbruder, dessen Lieder ihr die ganze Zeit in meinen Workshops hört, zwei Jahre nach dem Bau des Hauses zum ersten Mal besuchte, war gerade seine neue CD mit dem Titel Shanti and Alegria erschienen. Es bedeutet Frieden auf Sanskrit und Glück auf Brasilianisch. Beim Abendessen in einem nahen Restaurant fragte er mich, ob das Haus schon einen Namen hätte, und ich sagte ihm, dass ich noch darauf warten würde, dass sich mir ein Name offenbart. “Ich habe ihn”, lächelte er, und bei einer wunderschönen Zeremonie aus Gesang und Stille tauften wir es Shanti-Alegria. Viele Besucher haben schon davon berichtet, wie sehr sie diese Eigenschaften hier fühlen können.

Während das erste Jahrzehnt des einundzwanzigsten Jahrhunderts zu seinem Abschluss kommt, sehe ich mit großer Dankbarkeit, dass meine persönliche Reise mich zur Erkenntnis von Frieden und Glück in meinem Dasein geführt hat. Wenn ich zurückblicke auf all die Auseinandersetzungen, Kämpfe und Liebesschmerz, durch die ich hindurch musste, kann ich nur die Hände auf mein Herz legen, mein Gesicht dem Himmel zuwenden und flüstern: “Mahalo! Danke!” In meiner Dankbarkeit liegt immer auch die stille Entschuldigung an jene, mit denen ich kämpfen musste, die ich manchmal weniger als fair behandelte. Ich weiß, dass wir alle unser Bestes tun, und manchmal ist unser Bestes nicht so großartig. Aber anders als das Gesetz will uns das Leben nicht für unsere Fehler bestrafen. Es will, dass wir aus ihnen lernen. Ich helfe beständig den Teilnehmern in meinen Workshops dabei, sich ein wenig mehr zu lieben in ihrer Unvollkommenheit, selbst wenn ihnen ihre Verfehlungen unverzeihlich vorkommen.

Davon bin ich nicht ausgenommen. Auch ich habe meinen Anteil an Dingen begangen, die für andere Menschen – für mich ebenfalls! – nicht so leicht zu vergeben und vergessen waren, und ich weiß, dass ich genau in diesen Situationen auf die Knie gehen und die Dinge lernen musste, die ich nicht aufrecht stehend hätte lernen können – Dinge wie Mitgefühl, Demut und Vergebung. Während wir wachsen und heil werden, wenden wir das, was wir gelernt haben, natürlich auf uns selbst und andere an. Dann können wir glücklich und zufrieden sein. Shanti, alegria!

Im nächsten Jahr wird ein neues Shanti-Alegria geboren werden, und obwohl man im südlichen Böhmen in Tschechien den wahren Frost des europäischen Winters kennt, ist der Platz für die neue Art of Being-Gemeinschaft zauberhaft. Auch dort haben unsere Freunde, die zu Besuch waren, den Frieden und das Glück spüren können, das Martina und ich schon vom ersten Moment an erlebt haben, als wir das Grundstück in Pasečnice im letzten Frühjahr betraten. Die beiden Shanti-Alegrias sind eins! Mit der Zeit werden sie nicht nur im Geiste verbunden sein, sondern durch unsere Anwesenheit an beiden Orten. Zu meiner Vision gehört, dass die Leute, die in Shanti-Alegria Cz leben und arbeiten, irgendwann auch ein paar Wochen oder sogar Monate in unserem Haus auf Maui verbringen können. Ich stelle mir vor, dass sie dort Aufgaben übernehmen werden, sich ums Haus und den Garten kümmern, die Freuden dieses hawaiianischen Paradieses genießen und kreative Projekte für The Art of Being verwirklichen. Es gibt so viele Projekte, die nur noch auf die Energie eines guten Teams warten, und viele davon können ebenso gut auf Maui gemacht werden – Dinge, für die ich selbst nie die Zeit gefunden habe, wie etwa Bücher und hochwertige CDs aus den Aufzeichnungen aus meinen Workshops zu produzieren, sämtliche Artikel, die ich im Lauf der Jahre geschrieben habe, zu bearbeiten und in Buchform zusammenzustellen, die Art of Being-Website zu erweitern und unsere Social Media-Netzwerk-Ressourcen weiterzuentwickeln, um viele Tausende von Menschen zu erreichen, aus der Fülle von Prozessen, angeleiteten Trancereisen und Meditationen, die ich in den letzten drei Jahrzehnten kreiert und verbessert habe, Art of Being-Handbücher für Lehrer herzustellen. Vieles davon wollte ich selbst erledigen, aber ihr seht ja, wie lange ich schon dafür brauche, ein einziges Buch zu schreiben! Und es gibt hier auch bodenständige Projekte wie etwa den Bau von einem oder zwei Meditationspavillons, damit mehr Besucher ihre eigenen Privaträume haben können.

In diese Richtung gehen wir. Auf diese Weise wird The Art of Being jetzt Schritt für Schritt zur vollen Blüte geführt. Schließlich geht es nicht um irgendeinen Platz, es geht um unser aller inneres Erwachen. Das ist das wahre Ziel von Shanti-Alegria.

Hinweis: Mehr über die Vision und das neue Shanti Alegria Cz erfährst du hier.